Baumwollgewerbe

Bereits im Jahre 1753 bürgerte sich hier die Baumwollfabrikation ein. Gar bald beschäftigte dieselbe Tausende von Arbeitern und da die Fabrikanten sich mit den neuesten Erfindungen der Technik und Mechanik vertraut machten, blieb die Weberei Jahrzehnte lang die hauptsächliche Erwerbsquelle unsers Völkchens. Neben den st. gallischen Kaufleuten knüpften auch tätige und unternehmende appenzellische Handelsleute direkte Verbindungen mit Frankreich, Italien, Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, der Levante und selbst Mexiko und Nordamerika mit Erfolg an. Historisch festgestellt ist, dass man bereits 1746 hier zu Lande Baumwolle spann, und es verdiente eine Spinnerin wöchentlich bis auf 3 Fl., ein Weber bis 6 Fl. 1759 wurde die Fabrikation der anderwärts längst bekannten Mousseline bei uns eingeführt. Als im Jahre 1756 die Feindseligkeiten zwischen Frankreich und England ausbrachen, hatte dies einen doppelten Aufschwung der Baumwollfabrikation zur Folge. Walser sagt in seiner Chronik vom Jahre 1764: "In vielen Gemeinden des Landes kam das Sticken, Bauelspinnen und Weben in Gang, welches viel Geld ins Land brachte." Frisch bemerkt in seiner Chronik vom Jahre 1761: "Handlung und Gewerbe kamen stark in Aufnahme. Es wurden viele geblumte Waaren, leinige und Mousseline, Baumwollstücke, Barchent, Seidenflor, aller Gattungen Schnupftücher, Stauchen, Leinwand und besonders 5/4 bis 7/4 breites Lautertuch fabrizirt." 

 

Quelle: Appenzellisches Jahrbauch 1892, S. 6 ff.

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