An wichtiger Durchgangsstrasse

Zur Zeit ihres Entstehens Ende des 17. Jahrhunderts hatte die «Krone» ihren Platz an einer wichtigen Durchgangsstrasse. Die Strecke von St. Gallen über Speicher und Trogen nach Altstätten, demnach also die Route über den Ruppen, war lange Zeit die einzige Verbindung zwischen der Gallusstadt und dem Rheintal – und auf dem Ruppen-Abschnitt erst noch eine nur unter viel Mühen befahrbare. Das änderte sich, als Ingenieur Alois von Negrelli auf den Plan trat.

Vom Ruppen an den Suezkanal

Der 1799 im Trentino geborene Alois von Negrelli absolvierte an den Universitäten von Padua und Innsbruck ein Ingenieursstudium. Schon mit 20 Jahren stand er im staatlichen Baudienst des Landes Tirol, ab 1826 in ähnlicher Funktion in Vorarlberg. Hier führte er Verhandlungen bezüglich der Rheinregulierung. Ab 1832 war Negrelli im Kanton St. Gallen als Wasserbau- und Strasseninspektor tätig. In dieser Eigenschaft bekam er Kenntnis von Plänen, die einen Ausbau der Ruppenstrasse zum Ziel hatten. Form angenommen hatten sie erstmals zu Anfang des 19. Jahrhunderts, als der Ausserrhoder Regierungsrat eine Verbesserung der misslichen Wegverhältnisse anregte. Doch bald einmal wurde das Vorhaben wieder schubladisiert. Es bedurfte eines neuerlichen Anstosses, der diesmal von den Gemeinden Altstätten und Trogen ausging und bald auch die Gemeinde Speicher mit ins Boot nahm. Alois von Negrelli erhielt den Auftrag, ein Projekt auszuarbeiten. Er begann im Oktober 1833 mit den entsprechenden Arbeiten, die er schon im darauffolgenden Frühjahr abschliessen konnte. Gemäss seinen Berechnungen wäre ein Ausbau mit Kosten in der Höhe von 50'000 Gulden verbunden gewesen, eine Summe, welche die finanzielle Potenz der drei interessierten Gemeinden überstieg. So erging denn ein Beitragsgesuch an den St. Galler Regierungsrat, das aber abschlägig beantwortet wurde. Man machte sich auch in St. Gallen Sorgen wegen der aufzubringenden Mittel. In einer Einsendung in der «St. Galler Zeitung» fasste man die Befürchtung in drastische Worte: «Die Ruppenstrasse bahnt den Weg zum Untergang der Stadt-Sanktgallischen Wohlhabenheit.» In dieser scheinbar ausweglosen Situation gründeten die Gemeinden eine Aktiengesellschaft und gaben 500 Aktien zu je 100 Gulden heraus. Dergestalt konnte die Finanzierung gesichert werden. 1837 setzten die Bauarbeiten ein, wenn auch aufgrund eines durch Ingenieur Naeff revidierten Projekts. Im September 1838 erfolgte die Kollaudation der neuen Strasse. Alois von Negrelli erlangte später kolossale Berühmtheit. Er baute in Zürich die Münsterbrücke über die Limmat und war massgeblich an der Planung des schweizerischen Eisenbahnnetzes beteiligt. Vor allem aber bringt man seinen Namen in Verbindung mit dem Suezkanal, der nach seinen Plänen gebaut wurde.