Kunstvolles Handwerk

Sie sind hell, formschön, meist fein verziert und werden unter dem Begriff «Weissküferei» zusammengefasst. Die Rede ist von Gerätschaften für die Alp- und Milchwirtschaft, hergestellt aus Ahorn-, Arven- oder Fichtenholz. Wegen der restriktiv gewordenen Hygienevorschriften sind sie allerdings nicht mehr im täglichen Gebrauch. Im Appenzellerland üben noch ein paar Weissküfer, die auch andere Gegenstände fertigen, ihr kunstvolles Handwerk aus.

Ausgeprägter Sinn für das Schöne

Im Brockhaus sucht man vergeblich nach dem Begriff «Weissküferei». Daraus wird ersichtlich, dass es sich hierbei um ein sehr spezifisch schweizerisches Kunsthandwerk handeln muss. Entstanden in seiner heutigen Ausformung ist es aller Wahrscheinlichkeit nach zu Beginn des 19. Jahrhunderts, auch wenn der Name «Weissküferei» erstmals 1696 auftauchte. Den Bauern und Sennen war es offensichtlich darum zu tun, manche der täglich vorab für die Milchverwertung in Gebrauch genommenen Gegenstände etwas weniger schlicht als bis anhin erscheinen zu lassen. Sie beauftragten deshalb kunstsinnige Küfer und Drechsler, die aus hellem Holz der Fichte, der Arve und des Ahorns hergestellten Gerätschaften zu verzieren. Damit wurde auch ein gewisser Wohlstand der Bauern dokumentiert, wie das gleichfalls im Zusammenhang mit den Trachten zum Ausdruck kommt. Kennzeichnend für die Weissküferei sind Produkte, die durch Rundungen, gebogene oder geschweifte Formen auffallen. Eine fachmännische Beschreibung lautet folgendermassen: «Bei der Fertigung von Behältern schneiden Weissküfer die Hölzer zu speziell geformten Holzbrettern (Dauben) zu. Diese fügen sie aneinander und formen daraus rundes oder ovales Geschirr und Behältnisse. Zusammengehalten werden die Dauben von selbst angefertigten Holzreifen. Nachdem die Gegenstände roh gefertigt sind, beginnt von Hand die aufwendige Schnitzereiverzierung.»
Strenge Auflagen in hygienischer Hinsicht lassen den Gebrauch von weissgeküfertem Milchgeschirr heute eigentlich nicht mehr zu. Gleichwohl wird es aber bei traditionell gestalteten Alpauf- und -abfahrten noch immer auf dem Lediwagen mitgeführt. Aufgrund der veränderten Situation hat sich denn auch das Sortiment gewandelt, das heute in Weissküfereien entsteht. Es sind Gegenstände des «gehobenen Souvenirhandels», wie es der Gaiser Weissküfer Hans Mösli nennt, die nunmehr grossen Zuspruch finden. Bis Ende 2008 konnte der Beruf des Weissküfers in einer dreijährigen Lehre erlernt werden. Heute sind die Berufe Drechsler und Weissküfer im Lehrberuf Holzhandwerker zusammengefasst. Schweizweit existieren noch etwa achtzig traditionelle Betriebe.

Die Auferstehung eines alten Kunsthandwerks.

Die «Krone» setzt auf Bewährtes und Neues. Das wird in unzähligen kleinen Details sichtbar. Zum Beispiel bei der Gestaltung unserer Hotelzimmer. Sie schlafen in einem Bett, das dank dem uralten Kunsthandwerk der Weissküferei einzigartig ist - getreu der jahrhundertelangen Geschichte der «Krone». Aber die gewählten Muster schlagen eine Brücke zur Neuzeit. Tradition trifft Innovation.