Verkehrswesen

"Bis zum Jahre 1839 war die Beförderung der Briefe, Paquete, Geldsendungen u.s.w. Sache von Boten, die solche direkt an den Adressaten oder an das nächst gelegene Postbureau ablieferten, mit Ausnahme einer einspännigen Post, welche schon im vorigen Jahrhundert von St. Gallen über Herisau, Schwellbrunn und Uznach ins Glarnerland führte.

Am 1. Mai 1842 fuhr eine neu eingeführte Post St. Gallen-Feldkirch zum ersten Mal durch die Gemeinden Speicher und Trogen, hübsch geschmückt und von der Bevölkerung freudig empfangen. Es wurden in diesen Orten sogar Ehrenbogen errichtet. Vermutlich zu gleicher Zeit wurde dann auch der Postkurs St. Gallen-Teufen-Gais-Appenzell eingeführt.

Einen Aufschwung im Post- und Verkehrswesen brachte die Bundesverfassung von 1848, welche das Postwesen im ganzen Umfange der Eidgenossenschaft als Bundessache erklärte. Der Grosse Rat ernannte unter dem Vorsitze von Landammann Tanner eine Kommission, welche vergeblich die Errichtung einer eigenen Kreispostdirektion anstrebte. In allen Gemeinden unseres Ländchens wurden nach und nach Postbureaux eröffnet und es durchkreuzen heute Posten alle Orte unseres Ländchens (mit Ausnahme von einigen Gemeinden in Appenzell Innerrhoden). Mit der sich stetig entwickelnden Industrie, besonders der Maschinenstickerei, hob sich der Verkehr ganz gewaltig.

In Herisau wurden durch die Post befördert:

184023'144 Briefe und 5079 Paquete?
184828'337 Briefe und 7843 Paquete624 Passagiere
186726'719 Briefe und Pacquete10'903 Passagiere
186824'534 Briefe und Pacquete10'356 Passagiere
186924'725 Briefe und Pacquete11'356 Passagiere
1891473'036 Briefe und Pacquete?

 

Laut den mir von der Kreispostdirektion St. Gallen gütigst übermittelten Angaben aus der Poststatistik war der Verkehr im Jahre 1891, wie umstehende Tabelle zeigt.

Die Eidgenossenschaft sucht bei aller Sparsamkeit gerechten Wünschen des Publikums nachzukommen. Die Organisation ist eine musterhafte und sind Klagen über die Verwaltung selten.

Neben diesem öffentlichen Verkehrsmittel bestehen noch besondere Privatfuhren und Boten, welche besonders an den Markttagen die Beförderung von Briefen, Paqueten, Stückgütern übernehmen.

Die vielseitigen Handelsverbindungen machten die Errichtung von Telegraphenbureaux wünschenswert und es bestehen solche in allen Gemeinden von Appenzell A. Rh., mit Ausnahme von Reute, welches eine telephonische Verbindung besitzt.

Während in den Jahren

18673'277 Telegramme,
18686'865 Telegramme,
18699'526 Telegramme,

befördert wurden, betrug die Zahl derselben laut einer verdankenswerten Mitteilung der Telegraphen-Inspektion:

InterneInternat.Totalwovon amtl.
in Herisau188017'0952'44919'544428
189116'3911'99218'383716
in Heiden18805'9929066'898-
18915'3251'0746'399-
in Trogen18802'6351552'790-
18912'8612513'112
in Teufen18803'3932253'618182
18913'1161913'307-

Die Abnahme in den Gemeinden Herisau, Heiden und Teufen erklärt sich wohl durch den Umstand, dass diese Gemeinden telephonische Verbindung mit St. Gallen haben.

Telephonstationen bestehen ausserdem in den Gemeinden Speicher und Trogen."

Zum Jahrbuch 

Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzerklärung .